Beide Böden sind gute Böden. Wer sie gegeneinander ausspielt, wird der Sache nicht gerecht – aber es gibt Situationen, in denen die Wahl eindeutig ist.
Wasser
Feinsteinzeug in Holzoptik nimmt praktisch kein Wasser auf. Es ist frostsicher, im Bad unproblematisch und verträgt auch eine ausgelaufene Waschmaschine ohne Folgen. Vinyl ist wasserfest an der Oberfläche, aber die Fuge und der Untergrund sind es nicht zwangsläufig – stehendes Wasser über Stunden kann in die Konstruktion ziehen.
Klarer Punkt für die Fliese.
Kratzer und Druckstellen
Die Fliese ist deutlich härter. Stuhlbeine, Krallen, ein umgekippter Blumentopf – all das hinterlässt auf Keramik in aller Regel nichts. Vinyl ist weicher; schwere Möbel können Druckstellen hinterlassen, Sand unter der Schuhsohle feine Kratzer.
Punkt für die Fliese.
Fußwärme und Gehgefühl
Vinyl fühlt sich barfuß wärmer und weicher an. Es ist außerdem trittschallärmer – ein echtes Argument in Obergeschossen und Mietwohnungen. Eine Fliese ohne Fußbodenheizung ist im Winter spürbar kühl.
Punkt für Vinyl – es sei denn, es liegt eine Fußbodenheizung darunter. Dann dreht sich das Bild, weil Keramik die Wärme viel besser weitergibt.
Hitze
Ein heruntergefallenes Bügeleisen oder ein Kaminfunke: Die Fliese interessiert das nicht. Vinyl kann schmelzen oder sich verformen.
Aufbauhöhe und Renovierung
Hier hat Vinyl klassisch die Nase vorn – dünn, schnell verlegt, oft schwimmend. Allerdings gibt es Großformate in Holzoptik inzwischen auch als dünne Platte, die sich bei tragfähigem Untergrund direkt auf den alten Belag legen lässt.
Lebensdauer
Eine sauber verlegte Fliese überdauert mehrere Einrichtungen. Vinyl ist ein Belag mit Nutzschicht – ist die durch, ist der Boden durch.
Unser Fazit
Bad, Küche, Eingang, Terrasse, Fußbodenheizung: Holzoptikfliese. Schlafzimmer im Obergeschoss, Mietwohnung, schnelle Renovierung ohne Stemmen, Wunsch nach Trittschalldämpfung: Vinyl ist eine ehrliche Alternative.
Am besten stellen Sie sich beides nebeneinander. In unserer Ausstellung in Bonn liegen die Holzoptik-Serien als Fläche, nicht als Musterkärtchen – der Unterschied zwischen 20 × 120 cm Dielenformat und einem kleinen Muster ist erheblich.