Naturstein ist kein einheitliches Material. Zwischen einem Granit aus Angola und einem Kalkstein aus Bayern liegen Welten – nicht im Aussehen, sondern im Verhalten gegenüber Wasser, Fett und Säure.
Hartgestein: die unkomplizierte Gruppe
Granit, Basalt, Gneis, Quarzit. Diese Steine sind dicht, kratzfest und weitgehend unempfindlich gegen Säure. Ein Spritzer Zitronensaft oder Essig hinterlässt keine Spur. Für Küchenarbeitsplatten, stark genutzte Fensterbänke und den Außenbereich sind sie die naheliegende Wahl.
Typische Vertreter aus unserem Lager: Impala aus Südafrika, Nero Luanda und Brown Antique aus Angola, Serizzo aus Italien, Olivia Grey aus Spanien.
Weichgestein: schöner, aber anspruchsvoller
Marmor, Kalkstein, Travertin. Diese Steine bestehen im Kern aus Kalk – und Kalk reagiert auf Säure. Ein Rotweinglas, eine Zitronenscheibe oder ein saurer Reiniger können matte Flecken hinterlassen, die sich nicht abwischen lassen, sondern nachgeschliffen werden müssen.
Das macht sie nicht ungeeignet – es macht sie nur zu einer bewussten Entscheidung. In einem Gäste-WC, auf einer Fensterbank im Schlafzimmer oder als Sitzbank ist ein Kalkstein wie Jura Gelb wunderschön und völlig unproblematisch. Hinter dem Herd ist er es nicht.
Die Oberfläche entscheidet mit
- Poliert – zeigt die Farbe am intensivsten, aber auch jeden Wasserfleck und jeden Kratzer.
- Geschliffen oder satiniert – matter, ruhiger, deutlich unempfindlicher gegen Gebrauchsspuren.
- Gebürstet oder geflammt – strukturiert, rutschhemmend, ideal für Treppen und Außenbereiche.
Imprägnieren – ja oder nein?
Eine Imprägnierung verschließt die Poren und verhindert, dass Öl oder Wein einziehen. Sie ersetzt keine Säurebeständigkeit: Ein imprägnierter Marmor bleibt säureempfindlich. Bei Hartgestein in der Küche ist sie sinnvoll, bei polierten Flächen im Wohnbereich meist entbehrlich.
Am Material entscheiden, nicht am Bildschirm
Jede Platte ist ein Unikat – Maserung, Farbe und Verlauf sind bei jedem Block anders. Deshalb wählen Sie den Stein bei uns nicht aus dem Katalog, sondern an der Platte. Zuschnitt, Kantenbearbeitung und Montage kommen aus eigener Werkstatt in Bonn.